Wenn Musik genug ist: Eine Vision für die musiktherapeutische Arbeit
A vision for music therapy advocacy
DOI:
https://doi.org/10.47513/mmd.v17i2.969Schlagworte:
Music therapy, advocacy, institution, mental health, medicineAbstract
Der Mensch ist von Natur aus musikalisch, und die Beschäftigung mit Musik ist ein natürlicher Bestandteil des individuellen und gemeinschaftlichen Lebens. Wenn Menschen aufgrund medizinischer oder psychischer Probleme in eine Einrichtung eingewiesen werden, kann es sein, dass sie plötzlich nur noch über ein musiktherapeutisches Programm Zugang zu musikalischer Aktivität haben. DavMusiktherapeuten klinische Programme in vielen Einrichtungen entwickeln und
ausbauen, muss die Rolle der Musik und die Existenz des Berufsstandes häufig auf der Grundlage spezifischer medizinischer oder psychotherapeutischer Ergebnisse
legitimiert werden. In Gesundheitseinrichtungen, die im westlichen Modell der evidenzbasierten Medizin verwurzelt sind, muss das musikalische Engagement der
Patienten oft durch nicht-musikalische Ergebnisse gerechtfertigt warden.
Musiktherapeuten laufen dabei Gefahr, die Beziehung der Patienten zur Musik
unbeabsichtigt einzuschränken oder sogar zu pathologisieren, um sich diesen Modellen anzupassen. Anhand von klinischen Beispielen aus der umfangreichen musiktherapeutischen Erfahrung in psychiatrischen und medizinischen Einrichtungen
wird in diesem Beitrag eine Vision für eine musiktherapeutische Anwaltschaft diskutiert, die in der Musik begründet ist und gleichzeitig sensibel für die aktuellen Anforderungen und Realitäten innerhalb der westlichen Modelle der Gesundheitsversorgung bleibt. So
wie der Platz der Musik in unserem Bildungssystem in mehr begründet sein muss als in der Fähigkeit der Musik, nicht-musikalische Ziele wie mathematische Fähigkeiten zu fördern, so muss auch unsere Vision für Musik im Gesundheitswesen umfassender sein
als ein Mittel, um medizinische Probleme zu lösen.