Oxytocin erleichtert die physiologische Synchronisation mit Musik – eine Pilotstudie
DOI:
https://doi.org/10.47513/mmd.v17i4.1093Schlagworte:
Oxytocin, interbrain synchrony, skin conductance, heart rate, empathyAbstract
In einer Pilotstudie haben wir untersucht, ob ein spontan hoher Oxytocin-Ausgangswert die neurophysiologische Synchronisation mit Musik verbessert. 20 Probanden hörten zwei verschiedene Musikmodi – „motivierende“ (mit Kontrasten zwischen bedrückend und enthusiastisch) und „beruhigende“ (mit Kontrasten zwischen stressig und entspannend) Musik. Die Musik wurde jedem Zuhörer, der zufällig der Gruppe A oder B zugeordnet worden war, separat über Kopfhörer vorgespielt. Den beiden Blöcken gingen jeweils zehnminütige Ruhephasen voraus, darauf folgten weitere zehnminütige Ruhephasen. Für die psychologische Selbsteinschätzung wurde Russels Zwei-Komponenten-Modell verwendet. Auf der Grundlage von 16 in regelmäßigen Abständen entnommenen Plasmaproben wurde für jede Person ein mittlerer Oxytocinspiegel im Plasma berechnet. Zwei gleich große Gruppen von Probanden mit den höchsten und niedrigsten Oxytocin-Mittelwerten wurden als „hohe” und „niedrige” Oxytocin-Gruppen definiert. Während des Hörens wurden die neurophysiologischen Daten kontinuierlich erhoben. Hohe Oxytocinspiegel waren mit signifikanten Schwankungen der Herzfrequenz und Hautleitfähigkeit sowie der Atemfrequenz und Herzfrequenzvariabilität während des Hörens der „motivierenden” Musikreihe verbunden – in Übereinstimmung mit den erwarteten subjektiven Bewertungen. Probanden mit niedrigen Oxytocinspiegeln zeigten hingegen keine signifikanten subjektiven und physiologischen Veränderungen. Während der „beruhigenden” Musikreihe wurden keine Unterschiede zwischen den Oxytocin-Gruppen festgestellt.
Keywords: Oxytocin, Synchronität zwischen Gehirnhälften, Hautleitfähigkeit, Herzfrequenz, Empathie