Oxytocin erleichtert die physiologische Synchronisation mit Musik – eine Pilotstudie

Autor/innen

  • Tores Theorell Karolinska Institutet
  • Björn Vickhoff Department of Clinical Studies, Sahlgrenska University Hospital, Gothenburg
  • Rebecka Jörnsten Faculty of Science, Chalmers University
  • Johan Snygg Department of Anesthesia, Sahlgrenska University Hospital
  • Gunnar Nyberg Department of Clinical Physiology, Sahlgrenska University Hospital, Gothenburg
  • Rickard Åström Gothenburg Opera House
  • Michael Nilsson Centre for Rehabilitation Innovations, University of Newcastle, Australia

DOI:

https://doi.org/10.47513/mmd.v17i4.1093

Schlagworte:

Oxytocin, interbrain synchrony, skin conductance, heart rate, empathy

Abstract

In einer Pilotstudie haben wir untersucht, ob ein spontan hoher Oxytocin-Ausgangswert die neurophysiologische Synchronisation mit Musik verbessert. 20 Probanden hörten zwei verschiedene Musikmodi – „motivierende“ (mit Kontrasten zwischen bedrückend und enthusiastisch) und „beruhigende“ (mit Kontrasten zwischen stressig und entspannend) Musik. Die Musik wurde jedem Zuhörer, der zufällig der Gruppe A oder B zugeordnet worden war, separat über Kopfhörer vorgespielt. Den beiden Blöcken gingen jeweils zehnminütige Ruhephasen voraus,  darauf folgten weitere zehnminütige Ruhephasen. Für die psychologische Selbsteinschätzung wurde Russels Zwei-Komponenten-Modell verwendet. Auf der Grundlage von 16 in regelmäßigen Abständen entnommenen Plasmaproben wurde für jede Person ein mittlerer Oxytocinspiegel im Plasma berechnet. Zwei gleich große Gruppen von Probanden mit den höchsten und niedrigsten Oxytocin-Mittelwerten wurden als „hohe” und „niedrige” Oxytocin-Gruppen definiert. Während des Hörens wurden die neurophysiologischen Daten kontinuierlich erhoben. Hohe Oxytocinspiegel waren mit signifikanten Schwankungen der Herzfrequenz und Hautleitfähigkeit sowie der Atemfrequenz und Herzfrequenzvariabilität während des Hörens der „motivierenden” Musikreihe verbunden – in Übereinstimmung mit den erwarteten subjektiven Bewertungen. Probanden mit niedrigen Oxytocinspiegeln zeigten hingegen keine signifikanten subjektiven und physiologischen Veränderungen. Während der „beruhigenden” Musikreihe wurden keine Unterschiede zwischen den Oxytocin-Gruppen festgestellt.

Keywords: Oxytocin, Synchronität zwischen Gehirnhälften, Hautleitfähigkeit, Herzfrequenz, Empathie

Autor/innen-Biografien

Björn Vickhoff, Department of Clinical Studies, Sahlgrenska University Hospital, Gothenburg

Retired senior researcher in music theory and previous professional musician

Rebecka Jörnsten, Faculty of Science, Chalmers University

Professor and vice dean of the Faculty of Science, Calmers University, Gothenburg

Johan Snygg, Department of Anesthesia, Sahlgrenska University Hospital

Chief physician of the Department of Anesthesia, Sahlgrenska University Hospital

Gunnar Nyberg, Department of Clinical Physiology, Sahlgrenska University Hospital, Gothenburg

Retired professor in cardiovascular clinical physiology

Rickard Åström, Gothenburg Opera House

Composer and music director

Michael Nilsson, Centre for Rehabilitation Innovations, University of Newcastle, Australia

Professor of clinical rehabilitation and director of the centre for rehabilitation innovations

Veröffentlicht

2025-10-24

Ausgabe

Rubrik

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